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Donnerstag, 18 Juni 2020 19:59

Raumformel Renault: maximale Variabilität auf minimaler Verkehrsfläche

geschrieben von Projekt-Renault
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Innovative und multivariable Innenraumkonzepte aus Tradition

Mit seiner um 16 Zentimeter längs verschiebbaren Rücksitzbank bietet der neue Renault Captur hohen Alltagsnutzen. Hinzu kommt der flexible Gepäckraumboden, mit dem sich eine ebene Ladefläche mit den vorgeklappten Rücksitzlehnen schaffen lässt. Das flexible Interieurkonzept des Crossover-Modells folgt einer bewährten Tradition der Marke: Kaum ein Automobilhersteller kreierte in seiner Historie so viele Meilensteine für multivariable Raumlösungen und definierte dabei so viele neue Industriestandards wie Renault. Die Liste der wegweisenden Modelle umfasst Klassiker wie Renault 4 und Renault 16, Espace und Twingo. Sie alle vereint maximale Innenraumvariabilität bei minimalem Verkehrsflächenbedarf.

Die Geschichte der wegweisenden Renault Innenraumkonzepte führt bis ins Jahr 1961 zurück, als der Renault 4 debütierte. In einer Zeit, in der Heckmotormodelle und Stufenhecklimousinen mit festem Trennschott zum Kofferraum das Straßenbild prägten, setzte der legendäre R4 mit vier Türen, großer Heckklappe, geräumigem Gepäckabteil und variablem Innenraum klassenübergreifend neue Maßstäbe in puncto Funktionalität und Vielseitigkeit.

Renault 4: weltweit erste Kombi-Limousine

Ein völlig ebener Wagenboden und der Verzicht auf den Mitteltunnel erlaubten vielfältige Innenraum-Variationen. Außerdem war der R4 das erste Serienauto, bei dem sich die Rückbank komplett zusammenfalten und nach vorn klappen ließ. So entstand ein vielfältig nutzbarer Laderaum mit 950 Liter Volumen. Die üppige Gesamthöhe von 1,55 Metern ermöglichte eine aufrechte, bequeme Sitzposition und schuf so mehr Bewegungsfreiheit und Stauraum. Das revolutionäre Konzept der weltweit ersten Kombi-Limousine markierte einen neuen Industriestandard, der in den Grundzügen bis auf den heutigen Tag Bestand hat.

Renault 16: sieben Sitzkonfigurationen für alle Fälle

Mit dem Renault 16 folgte 1965 der nächste Meilenstein für Innenraumvariabilität. Die erste Limousine der oberen Mittelklasse mit Schrägheck wies eine Sitzlandschaft auf, die sich in insgesamt sieben Positionen an die unterschiedlichsten Situationen anpassen ließ, eine bis dahin nicht gekannte Vielfalt. Wer viel zu transportieren hatte, konnte das Fondgestühl umklappen, um bis zu 15 Zentimeter nach vorne schieben oder ganz ausbauen. Eine weitere – heute aus der Mode gekommene – Konfiguration erlaubte es, die Rückenlehne der Fondbank unter den Dachhimmel zu hängen, während das Sitzkissen nach vorne gekippt und von hinten an die Vordersitze gelehnt wurde.

Der Beifahrer konnte zwischen zwei Liegekombinationen für seinen Sitz wählen, und in der sogenannten „Mama”-Position wurde der Beifahrersitz an die Fondbank gerückt, so dass der schlafende Nachwuchs beim Bremsen nicht in den Fußraum purzelte. Mit solchen vielseitigen Konstellationen lag Renault in den 1960er-Jahren damit weit vorn.

Renault Espace: unübertroffen in Variabilität und Raumnutzung

Mit dem Espace präsentierte Renault 1984 die erste Großraumlimousine eines europäischen Herstellers. Bei einer Länge von nur 4,25 Metern – knapp zehn Zentimeter weniger als ein heutiger Renault Mégane – und einer Breite von 1,78 Metern offerierte das viel kopierte „Raumfahrzeug” hohen Reisekomfort für bis zu sieben Erwachsene in drei Sitzreihen. Möglich machte diese einmalige Raumnutzung das innovative One-Box-Konzept mit durchgehendem Innenraum, flachem Boden, hoher Sitzposition, üppigem Radstand und kurzer Motorhaube.

Der besondere Clou des Espace war seine Variabilität: Fahrer und Passagiere nahmen ausschließlich auf Einzelsitzen Platz, die sich erstmals in solcher Vielfalt je nach Bedarf im Innenraum anordnen ließen. Mehr noch: Dank der drehbaren Vordersitze konnten sich die Insassen bei der Rast buchstäblich einander zuwenden und einen Imbiss von dem zum Tisch wandelbaren Mittelsitz genießen. War viel Transportraum vonnöten, ließen sich die Sitze der zweiten und dritten Reihe ausbauen.

Renault Twingo: überraschend wandelbarer Micro-Van

Mit dem Twingo übertrug Renault 1992 das Monospace-Konzept des Espace erstmals in die Kleinwagenklasse. Dies betraf nicht nur die Formgebung der One-Box-Karosserie, sondern auch das größtmögliche Flexibilität bietende Raumkonzept. Der Twingo war zwar nur 3,43 Meter lang, trotzdem bot er Platz in Hülle und Fülle. Möglich machte dies unter anderem der üppige Radstand von 2,34 Metern.

Highlight im Innenraum war die um 17 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbare Rücksitzbank, welche die Blaupause für das Raumkonzept des heutigen Captur lieferte. Je nach Einsatzzweck standen damit üppiger Fußraum im Fond oder ein großzügiges Ladevolumen von 261 Litern zur Verfügung. Bei umgeklappter Sitzbank wurde der Straßenfloh mit sensationellen 955 Liter Kofferraum sogar umzugstauglich.

Mit einzeln verschiebbaren Rücksitzen noch vielseitiger

Die zweite Twingo Generation ab 2007 glänzte mit noch mehr Variabilität. Alternativ zur einteiligen Rückbank waren jetzt Einzelsitze für den Fond verfügbar, von denen sich jeder auf Schienen um bis zu 220 Millimeter in Längsrichtung verschieben ließ. Wer Fracht bis 2,0 Meter Länge – etwa ein Surfbrett – transportieren wollte, konnte den Beifahrersitz und den dahinter liegenden Fondplatz umklappen. So blieb immer noch genügend Raum, um einen Passagier mitzunehmen. Die 2014 vorgestellte dritte Modellgeneration mit Heckmotor behält dieses praktische Detail bei. Die maximale Ladelänge mit umgeklappter Beifahrersitzlehne beträgt im aktuellen Twingo sogar 2,31 Meter – bei lediglich 3,62 Meter Fahrzeuglänge -, so dass selbst Hünen im Format von Basketballprofis in dem City-Car eine kommode und durchgehende Liegefläche finden.

Scénic: multivariable Kompaktklasse

Auch zwischen Espace und Twingo ist Renault mit einem multivariablen Raumfahrzeug präsent: 1996 kreierte die Marke mit dem Scénic das neue Segment der Kompaktvans. Unter der typischen Monospace-Karosserie glänzte der Neuling mit drei Einzelsitzen im Fond, die sich je nach Ausstattung ausbauen oder um 17 Zentimeter nach vorne rücken ließen. Außerdem konnten die äußeren Sitze bei ausgebautem Mittelsitz jeweils acht Zentimeter zur Mitte geschoben werden. So viel Variabilität in der Kompaktklasse war bis dato unbekannt. Blieb der mittlere Sitz an Bord, ließ sich seine Rückenlehne zum Tisch umklappen. Der Gepäckraum war durch eine in der Höhe variierbare Abdeckung in zwei Ebenen unterteilbar.

Ebene Ladefläche durch komplett versenkbare Rücksitze

Die zweite Scénic Modellgeneration war ab 2004 auch als siebensitzige Langversion Grand Scénic erhältlich. Als Besonderheit ließen sich die beiden Einzelsitze der dritten Sitzreihe komplett im Fahrzeugboden versenken. Mit dem auf Schienen montierten Schiebestaufach Vario-Modul, das von beiden Sitzreihen aus bequem erreichbar war, verfügte der Scénic II noch über eine weitere praktische Neuheit, die auch in den Nachfolgemodellen im Programm blieb. Allerdings verschwinden heute die Rücksitze mit dem One-Touch-Folding komfortabel per Fingertip im Kofferraumboden, so dass eine ebene Fläche entsteht. Auch in der fünften Generation des Espace ist dieses komfortable Detail für die optionale dritte Sitzreihe vorhanden.

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